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Die Gewinner des Abends



Der Gemeinnützige vom Mai 2002. Von Sönke Wieting
Varel. Zum neunten Mal brachten jetzt fünf regionale Bands beim inzwischen schon traditionellen Vareler Musikwettstreit die Halle zum Beben. Zahlreiche Zuschauer -hörer fanden den Weg ins Vareler Jugend- und Vereinshaus "Weberei". Den Anfang machte die Oldenburger Formation "Hasperath", die bereits im Vorfeld einige Auftrittserfahrungen sammeln konnte. "Hasperath" versuchte ihr Glück mit solidem Rock, der mit teils deutschem, teils englischem Gesang routiniert vorgetragen wurde. Als Zweites gingen "Infernal Jerk" aus Rastede "on stage". "Punx not dead" hatte Watty Buchan, der Sänger der in diesem Genre bereits legendären Punkband "The Exploited" schon Ende der 70er Jahre ins Mikrofon gebrüllt.

Diese Tradition führten auch "Infernal Jerks" eindrucksvoll fort, wobei beim Lead-Gitarristen sowie beim Bassisten der obligatorische Irokesenhaarschnitt nicht fehlte. "Infernal Jerks" beeindruckte zudem durch die punktgenaue Abstimmung der Rhythmus-Sektion. Als Dritte betraten "Virginal Suicide" aus Wilhelmshaven die "Weberei"-Bühne, die sich zwar gegen das Gerücht wehren, sie seien eine Grunge-Band, aber sicher nicht verneinen können, dass sie den Song "Grind" von der Kult-Grungeband "Alive In Chains" gut kennen dürften. Allerdings hätte die verstimmte Rhythmus-Gitarre durchaus zu Grunge gepasst. Musikalisch gesehen erwischte "Virginal Suicide" wohl nicht den besten Tag.

Als dann die Lokalmatadoren "Fernandez Must Die" die Bühne betraten, fand die Stimmung ihren Höhepunkt: "FMD" heizte den Zuschauern mit satten Grooves richtig ein. Fast fühlte sich der geneigte Zuschauer veranlasst, Vergleiche mit der legendären Twin-Cities-Band "Hüsker Dü" oder der Münchner Formation "The Notwist" anzustellen. Allerdings nur fast, denn ,,Fernandez must Die" zeigte in gekonnt überzeugender Manier, dass sie "ihr eigenes Ding" bewahrt haben. Das Publikum freIlich war begeistert, denn "Stage-Diving" dürfte es in der "Weberei" wohl schon seit geraumer Zeit nicht mehr gegeben haben. Den undankbaren fünften Startplatz füllte die Bremer Hardcoreband "Pusteblume" aus, die eine für ihr Genre sicherlich bühnenreife Vorstellung ablieferte, jedoch nicht annähernd solche Begeisterungsstürme auslöste wie ihre Vorgänger.

Nachdem nun also alle Bands ihre Visitenkarte abgegeben hatten, hieß es für die Verantwortlichen des Musikwettstreits "Stimmen auszählen". Wahrend dessen überbrückte die Vareler Band "Spam" mit einem energiegeladenen 40-minütigen Set die Wartezeit. Dann aber war es soweit. Der Sieger des 9. Vareler Musikwettstreits "Fernandez Must Die" stand fest und durfte somit noch ein zweites Mal ran. Das Preisgeld in Höhe von 250 Euro, das aus dem "Holger-Hansing-Fonds" zur Verfügung gestellt wird, wird in den nächsten Tagen übergeben. Hochzufrieden war am Ende auch der Organisator der Veranstaltung über die Publikumsresonanz. Das "Konkurrenzprogramm" DFB-Pokalendspiel und die Bockhorner Sportwoche hätten kaum Einfluss auf die Besucherzahlen gehabt. Er dankte auch den vielen Helfern, die ihm bei der Organisations-Arbeit hllfreich zur Seite standen.